Heilpflanzen

 

Thymus vulgaris L.

Echter Thymian – auch Gartenthymian genannt
Botanischer Name: Thymus vulgaris L.

Dieses Kraut kennt jeder. Mindestens als Küchenkraut. Es kommt, wie viele unserer Gewürzkräuter, aus dem europäischen Mittelmeerraum. Er gedeiht auf Trockenrasen und in der Macchia, auf flachgründig-steinigen, kalkhaltigen Böden im sommerheißen Klima.

Thymus vulgaris L.

Der Echte Thymian ist das bekannteste Mitglied einer weitverzweigten Gattung, der Thymiane, in der Familie der Lippenblütler. Eine Reihe von ihnen wachsen auch in Mitteleuropa wild. Der Echte Thymian kommt bisher nur selten und dann auch nur unbeständig bei uns verwildert vor. Er gilt als Neophyt, und man nimmt an, dass seine Einbürgerung nur eine Frage der Zeit ist.

Thymian ist ein Halbstrauch, ausdauernd, und kann 10 bis 40 cm hoch werden. Er wächst stark verzweigt, mit flach am Boden liegenden oder aufrechten Zweigen, die verholzen. Die Laubblätter sind schmal elliptisch, graugrün, unterseits weiß behaart und halten sich in milden Wintern. Wenn es kalt wird, fallen sie ab. Der Thymian hat ganz kleine fünfzählige weiße oder rosa Blüten, die in Scheinquirlen zusammenstehen. Er blüht von Mai bis Oktober (oder sogar länger, wie in diesem Jahr).

Thymus vulgaris L.

Thymian ist bei den Bienen beliebt und liefert einen guten Honigertrag.
Auch wenn es vom Thymian die verschiedensten Duftvarianten gibt – durch Züchtung, aber auch natürliche Kreuzungen -, so ist doch der Thymianduft ein ganz bestimmter, der Leib und Seele erwärmt und im Winter die Erinnerungen an den Sommer, an heiße Mittagsstunden auf einem Berg z.B., wachruft.
Seinen intensiven Duft verdankt er den enthaltenen ätherischen Ölen. Es werden sechs verschiedene Chemotypen des Echten Thymians unterschieden, die in der Heilkunde differenziert angewendet werden.
Schon Hippokrates, Dioskurides und Plinius haben den Thymian als Heilmittel benutzt bzw. beschrieben, ebenso Hildegard von Bingen, um nur die ältesten Gewährsleute zu nennen. Wer seinen wunderbaren Duft wahrnimmt, will ihn unwillkürlich tief einatmen – und da gehört er auch hin. Bei Katarrhen der Atemwege ist er ein bewährter Helfer, ebenso auch bei Keuchhusten. Er wirkt stark antibakteriell und antiviral, auch fungizid. Er wirkt krampflösend, hustenreizlindernd und schleimlösend.
Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig. Er kann als Gewürz verwendet, als Tee aufgegossen oder mit Wasserdampf inhaliert werden. Oder Sie nutzen ihn als Badezusatz. Gut einsetzbar ist das ätherische Öl. Nehmen Sie aber bitte nur solches von anerkannten Firmen, kein billiges. Es kann u.a. zum Gurgeln bei Entzündungen der Mundschleimhaut dienen. Mischen Sie einige Tropfen in ein Basisöl und massieren Sie Brust und Rücken damit ein, wenn Sie husten haben. Oder Sie geben einige Tropfen in eine Duftlampe oder einen Aromazerstäuber. Thymianöl kann sogar die Raumluft desinfizieren, was jetzt in der Erkältungszeit auch prophylaktisch genutzt werden kann.
Als Würzkraut regt Thymian den Speichelfluss, die Magensaftproduktion und den Appetit an. Kartoffelsuppe mit Thymian ist eine feine Kombination, aber auch Tomatensuppe und –sauce, Mürbteigplätzchen salzig mit Thymian darin und darauf, und dann die Fleisch- und Fischgerichte und Würste, die traditionell mit Thymian gewürzt werden. Thymian war die Heilpflanze des Jahres 2006.