Heilpflanzen

 

Eupatorium cannabinum, Carl Axel Magnus Lindman [Public domain oder Public domain], via Wikimedia Commons

Der (Gewöhnliche) Wasserdost
Botanischer Name: Eupatorium cannabinum L.

Der Wasserdost ist eine stattliche Pflanze. Sie gehört zu den Korbblütlern und wird anderthalb Meter hoch, in günstigen Fällen kann sie sogar drei Meter hoch werden. Sie liebt nährstoffreichen, feuchten Boden im Halbschatten. Sie wächst gern an Bachläufen oder in feuchten Lichtungen oder auf Kahlschlägen im Wald.

Der Wasserdost ist eine ausdauernde Staude. Der Stiel ist meist rötlich. Die rauhen Blätter sind glattrandig oder gezähnt, ungestielt, handförmig, 3- bis 5-teilig. Die oberen Blätter sind ungeteilt. Die Blüten erscheinen von Juli bis September. Die Blütenstände sind schirmförmig aus mehreren Teilblütenständen zusammengesetzt. Die Röhrenblüten können weiß sein, aber meistens sind sie rosa bis purpurn gefärbt. Die Blüten sind bei Schmetterlingen sehr beliebt. Der Wasserdost vermehrt sich durch Samen. Wenn Du ihn aussäen willst, tu das im Frühjahr.

Gesammelt werden die Wurzeln im Frühjahr oder Herbst und die Blätter und blühenden Sprossspitzen zur Blütezeit. So eine Pflanze ist aufgrund ihrer Biomasse sehr ergiebig. Es reicht Dir eine für eine Tinktur oder vielleicht zwei zum Trocknen. Die Inhaltsstoffe sind Bitterstoffe, Gerbstoffe, Harz, Saponin, Sesquiterpenlactone, Eupatorin, ätherisches Öl, Inulin, Eisen und Vitamine.

Der (Gewöhnliche) Wasserdost

Wasserdost wirkt immunstärkend, antibiotisch, galletreibend, blutreinigend, wundheilend, leicht abführend, harntreibend und schmerzstillend. Da das getrocknete Kraut etwas an Wirkkraft verliert, ist es am besten, aus dem frischen Kraut eine Tinktur herzustellen. Dazu schneide das Kraut und die Blüten so fein wie möglich, fülle es in eine Schraubglas und gieße mit Kornbrand oder Obstler auf, sodass alles bedeckt ist. Stelle das Glas vier Wochen lang kühl und dunkel. Du kannst es auch länger stehen lassen. Dann seihe ab und fülle die Tinktur in braune oder blaue Tropffläschchen. Vergiss nicht, sie zu etikettieren! Wenn Du öfter Tinkturen herstellst, ist es interessant, aufs Etikett zu schreiben, wann Du die Pflanzen gesammelt und verarbeitet hast – eventuell mit dem jeweiligen Mondstand im Tierkreis.

Der (Gewöhnliche) Wasserdost

Für die schmerzstillende Wirkung ist die Wurzel zuständig. Einen TL voll mit einer kleinen Tasse Wasser erwärmen, dann 10 Stunden oder über Nacht ziehen lassen, abseihen und angewärmt nüchtern trinken. Nicht süßen!

Zur Immunstärkung oder Blutreinigung, um Wasser auszutreiben oder um die Galle in Fluss zu bringen, bereite einen Kaltauszug, indem Du 3 g frisches Kraut mit einer Tasse kaltem Wasser übergießt und dann 10 Stunden oder über Nacht stehen lässt. Dann entferne das Kraut aus dem Auszug und trinke ihn. 2 bis 3 Tassen pro Tag können es sein, auch als kräftige Leberstärkung.

Der (Gewöhnliche) Wasserdost

Ein besonders starker Aufguss kann äußerlich zur Wundheilung angewandt werden. Der frisch ausgepresste Pflanzensaft ist nützlich bei Couperose: hierzu den Frischsaft mit Wasser verdünnen und sparsam als Gesichtswasser verwenden. Immer nur kleine Mengen herstellen und im Kühlschrank aufbewahren.
In der Homöopathie wird Eupatorium cannabinum auch verwendet, gegen Erkältungen und grippale Infekte, häufiger aber die amerikanische Verwandte Eupatorium perfoliatum. In Europa, Nordafrika und Vorderasien ist Eupatorium cannabinum der einzige heimische Vertreter der Gattung Eupatorium. Es gibt aber im Ganzen 45 Arten, von denen die meisten in Nordamerika heimisch sind, einige auch in Ostasien.

Der Wasserdost hat eine Reihe von volkstümlichen Namen:
Kunigundenkraut,
Wasserhanf (wegen der hanfähnlichen Blätter, was sich auch im botanischen Namen spiegelt – es besteht aber keine Verwandtschaft zum Hanf),
Hirschklee,
Hirschwundkraut,
Hirschgünsel,
Leberkraut,
Wetterkraut,
Blauwetterkühl,
Donnerkraut.
Die Pflanze wurde von den keltischen SchamanInnen für Wetterzauber benutzt. Wetterzauber wurde hauptsächlich von Frauen ausgeübt, mit rituellen Sprüchen und Gesängen, um Regen anzuziehen, wobei häufig ein nacktes junges Mädchen eine Rolle spielte.

Astrologische Zuordnungen sind Neptun (Wasserbezug),
Jupiter (die stattliche Gestalt, die Bitterstoffe, der Leberbezug) und
Mond (Wasserbezug, event. weiße Blütenfarbe).