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Heilpflanzen

 

Verbena officinalis Sturm22

Echtes Eisenkraut, Familie der Eisenkrautgewächse (Ordung Lippenblütlerartige)
Botanischer Name: Verbena officinalis L.

Das Echte Eisenkraut gehört zur Familie der Eisenkrautgewächse (Ordung Lippenblütlerartige), deren andere Familienmitglieder durchwegs in viel wärmeren Gegenden gedeihen; hierzulande ist es der einzige Vertreter. Eisenkraut ist eine ausdauernde Staude, aber nicht sehr langlebig. Sie erreicht Wuchshöhen bis zu 70 cm, und ebenso tief reicht ihre Wurzel in die Erde hinab. Der Stängel wächst sehr aufrecht, verzweigt sich, und am Ende stehen dann die langen Rispen mit kleinen, fast unscheinbaren, zart blau-violetten Blüten (sie können auch eher rosa sein). Die Blüten erscheinen von Mai bis zum ersten Frost. Die Blätter sind 1 bis 5 cm breit und 2 bis 8 cm lang, grob gezähnt bis gelappt oder tief fiederspaltig und stehen auf kurzen Stängeln gegenständig am Spross. Die Blattunterseite ist rau haarig, die Stängel vierkantig und ebenfalls behaart, manchmal aber auch kahl. Die Samen reifen zwischen Juli und Oktober. Sie werden vom Wind und von Tieren verbreitet. Auch Menschen verbreiten sie, wenn sie an seinen Schuhen kleben bleiben. So ist die Pflanze auch ein Kulturrelikt und als solches seit der Jungsteinzeit in der Nähe von menschlichen Siedlungen nachweisbar.

Das Echte Eisenkraut kommt weltweit in den gemäßigten Zonen vor. Es liebt trockene Böden an Mauern, an Wegrändern und Feldrainen, entlang von Straßen und auf Ödland. Es zählt zu den Ruderalpflanzen.
Seinen Namen hat es davon, dass es in der Eisenerzverhüttung verwendet hat; es kam in die Schmelze, damit der enthaltene Kohlenstoff das Eisen härtet. Andere Namen sind Junoträne, Wunschkraut, Stahlkraut, Taubenkraut, Teufelswurz.

Eisen enthält das Kraut aber nicht. Dafür enthält es Glykosid, Verbenalin, Invertin, Emulsin, Bitterstoffe, Gerbstoffe und Kieselsäure. Es wirkt kräftigend, blutverbessernd, fiebersenkend, wundheilend und leberreinigend. Es fördert auch den Schlaf. Gewöhnlich werden die blühenden Triebspitzen gesammelt. Wird die Wurzel mitverwendet, so wirkt der Tee steinlösend. Wegen des hohen Gerbstoffgehaltes sollte frau den Tee in der Schwangerschaft nicht verwenden; nach der Geburt unterstützt er aber die Milchbildung.
Übergieße 2 TL Kraut mit ¼ l kochendem Wasser und lasse 10 Minuten ziehen. Davon kannst du einige Tassen pro Tag trinken.
Bereitest du den Tee sehr stark, so ist er auch als Haarfestiger zu gebrauchen: einfach einmassieren und trocknen lassen. Auch zu Mundspülungen ist er dienlich. Er strafft schlaffe Haut und fördert als Kompresse die Wundheilung.

Koche das Kraut in Wein. Dann hilft es – schluckweise getrunken – bei Zahnschmerzen, Rheuma, Verstopfung und Gelbsucht. Überhaupt reinigt es die Leber.

Das Kraut wird in der wissenschaftlichen Phytotherapie nicht mehr verwendet. Schade! Das hindert uns aber nicht daran, seine Wirkungen zu erproben. Nebenwirkungen sind nicht zu erwarten. Wegen des bitteren Geschmackes wird niemand zu viel davon trinken.

Groß ist die Bedeutung des Krauts im spirituellen und kultischen Bereich. Die Römer schmückten und reinigten ihre Altäre damit. Und das taten auch schon unsere indogermanischen Vorfahren. Römer und Griechen berührten Verträge mit Eisenkrautkränzen, um sie zu besiegeln. Trinkt man Eisenkrauttee vor einer Meditation, so öffnet das Kraut das innere Sehen und stärkt das Einfühlungsvermögen.

Und dann diente es als Schutz. Schutz im Kampf, Schutz vor Verwundung. Aber auch Schutz vor seelischen Verletzungen. Ihr auffallend aufrechter Habitus spricht zu uns davon.

Echtes Eisenkraut

Wenn du das Kraut suchen willst, orientiere dich an ihren Standortvorlieben. Und halte die Augen offen: es ist leicht zu übersehen zwischen den anderen Mitgliedern der Pflanzengesellschaft, zu der es gehört. Es ist nicht wirklich selten, aber auch nicht gerade häufig anzutreffen.