Heilpflanzen

 

Bellis perennis Sturm9

Gänseblümchen, aus der Familie der Familie der Korbblütler (Asteraceae)
Botanischer Name: Bellis perennis L., Korbblütler (Asteraceae)

Das Gänseblümchen ist das einzige Mitglied der Gattung Bellis, das außerhalb des Mittelmeerraumes vorkommt. Es kam in frühgeschichtlicher Zeit, als die Menschen große Wiesen- und Weideflächen schufen, nach Mitteleuropa. Es gilt hier als Archäophyt. So häufig, wie es jetzt vorkommt, wurde es aber erst durch die Mode, in Gärten Rasenflächen anzulegen. Durch den Menschen wurde es auch in Nord- und Südamerika, auf Madeira und in Neuseeland verbreitet, wahrscheinlich mit „verunreinigten“ Rasensaatmischungen.

Das Gänseblümchen wächst und gedeiht überall, wo die Sonne hinscheint: auf Wiesen, Weiden, Rasen, an Wegrändern, auf Schuttplätzen, an Ackerrainen usw. Ich muss es nicht beschreiben – jede/r kennt es. Es blüht von April bis in den Spätherbst und an geschützten Stellen bei uns sogar ganzjährig. Es ist mit jedem Boden zufrieden, sofern er nicht zu sauer ist. Es vermehrt sich sowohl durch Samen als auch vegetativ. Die Samen werden außer vom Menschen auch von Tieren, vom Wind und vom Regen verbreitet. Für die Bestäubung der gelben kleinen Blütchen im Körbchen sorgen Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und Fliegen. Das Gänseblümchen ist eine ausdauernde Pflanze.

Das Gänseblümchen trägt dank seiner weiten Verbreitung noch viele regionale und volkstümliche Namen: Augenblume, Oster- oder Palmblume, Maiblume, Tausendschön, Maßliebchen, Marienblümerl, Gänselieschen, Gaissenblümchen, Winterkrönchen und so weiter … Der botanische Name perennis könnte auf die Tatsache hinweisen, dass Gänseblümchen rund ums Jahr zu finden sind.

Der Legende nach entstand das Gänseblümchen aus den Tränen der Maria, die sie auf der Flucht nach Ägypten geweint hat, einer anderen Überlieferung zufolge aus den Tränen der Helena. In vorchristlicher Zeit war es der Freya geweiht und stand für Fruchtbarkeit und Neubeginn.
Wer am Johannistag zwischen zwölf und ein Uhr gepflückte Gänseblümchenblüten bei sich trägt, dem gelingt jede schwierige Aufgabe und jeder schwere Gang. Die ersten drei Gänseblümchen, die Du im frühen Jahr findest, haben magische Kräfte und schützen Dich das ganze Jahr über vor Fieber und Zahnweh und allerlei anderen Unliebsamkeiten, wenn Du sie gegessen hast.

Inhaltsstoffe des Gänseblümchens sind Saponine, etwas ätherisches Öl, Gerbstoffe, Flavonoide, Schleimstoffe und Bitterstoffe. Sammelzeit für Gänseblümchen (Blüten und Blätter) ist von April bis September, bevorzugt wenn der zunehmende Mond im Stier oder Krebs steht. Die Heilwirkungen sind: blutreinigend, schleimlösend, antiviral, wundheilend, entzündungshemmend und bindegewebsfestigend.

Die Blüten zeichnen sich durch einen ausgeprägten Heliotropismus aus, d.h. sie drehen sich immer nach der Sonne. Das war für die alten Kräuterkundigen eine deutliche Sonnensignatur. Und die Sonne regiert das Immunsystem. Außerdem reagiert das Gänseblümchen empfindlich auf die Luftfeuchtigkeit und schließt sich, wenn Regen zu erwarten ist: eine Mondsignatur – und dem Mond sind u.a. Haut und Schleimhäute zugeordnet.
Drittens die rosafarbene Unterseite der Scheinblüten und das liebliche Erscheinungsbild: eine Venussignatur – und Venus regiert die weiblichen Geschlechtsorgane, vor allem die Gebärmutter. Das rhythmische Öffnen und Schließen der Blüten ist ein Hinweis auf den Muttermund, der sich im Mondrhythmus öffnet und schließt.

Bellis perennis in der Wikipedia

Aus Inhaltsstoffen wie Signaturen ergeben sich dieselben Anwendungsgebiete: Atemwegs-Erkrankungen, Arthritis, Rheuma, Beschwerden von Leber, Nieren und Blase, Schleimhautentzündungen (z.B. Darmentzündungen), zu starke oder schmerzhafte Menstruation, Rückbildung der Gebärmutter nach Geburten (das Gänseblümchen wird auch „Arnika der Gebärmutter“ genannt), schlecht heilende Wunden, Schürfwunden, Ekzeme, Muttermale und Blutschwamm, aber auch Prellungen, Verstauchungen, Quetschungen und Muskelfaserverletzungen, Schock nach Unfällen und – nicht zuletzt – Augenschwäche. Nach Hildegard von Bingen sind Gänseblümchen gut fürs Blut, für die Augen und für einen klaren Verstand.

Entsprechend der Venussignatur dient das Gänseblümchen auch der Schönheit: Bereite Dir einen starken Aufguss, nur ganz wenig, etwa 3 Esslöffel. Dazu gib 2 Esslöffel Kleie und 1 Teelöffel Honig und vermische alles gut. Trage die Maske auf das Gesicht auf und lasse sie 15 Minuten wirken. Hernach wasche mit warmem Wasser ab. Das macht die Haut zart und rosig.

Das Gänseblümchen ist eine wunderbare Salatbeigabe, und zwar Blätter und Blüten, wobei die Blüten natürlich auch eine besondere Verzierung für allerlei Speisen abgeben. Und wenn Du Magenbeschwerden hast, gehe hinaus und beiße drei Gänseblümchen-Blüten mit dem Mund ab und iss sie: Ob’s hilft – probier’S aus: Schaden tut’s nichts (sofern Du Dich nicht am Straßenrand bedienst).

Hier noch ein Rezept für einen Brotaufstrich:

Nimm die gleichen Mengen von Gänseblümchenblüten und –blättern, Scharbockskrautblättern (vor der Blüte) und Sauerampferblättern und hacke sie fein. Würfele eine Zwiebel und schmore sie in etwas Olivenöl an. Mische dann beides mit Frischkäse oder Tofu und würze mit Salz, Pfeffer und wenig Zitronensaft. Guten Appetit!
Und vergiss auf keinen Fall, Dich einfach an der Schönheit dieser Blümchen zu freuen!