Heilpflanzen

 

Rosenwurz

Rosenwurz, aus der Familie der Dickblattgewächse/Crassulaceae
Botanischer Name: Rhodiola rosea

Die Rosenwurz ist eine ausdauernde Pflanze. Sie gehört den arktischen und alpinen Regionen Eurasiens und Nordamerikas an. Sie wächst auf Feuchtwiesen, Moorböden, in Felsklüften, gern auf Silikatgestein auf Höhen über 2.000 m. Sie wird 5 bis 30 cm hoch. Als Überdauerungsorgan bildet sie einen horizontalen oder auch vertikalen, 1 bis 5 cm dicken knolligen Stamm aus, aus dem im Frühjahr die Sprossen hervorwachsen. Der Stamm verströmt einen rosenartigen Duft, woher die Pflanze ihren deutschen Namen hat. Im Osten wird sie Goldene Wurzel genannt.
Die Pflanze ist zweihäusig getrenntgeschlechtlich, d.h. es gibt männliche und weibliche Exemplare. Blütezeit ist im Juni. Die männlichen Pflanzen blühen purpurfarben, die weiblichen Blüten sind gelb und verfärben sich im Verblühen rot-orange.

Rosenwurz

Schon in der frühen Neuzeit wurde sie bei uns in Gärten angepflanzt. Leonhart Fuchs hat sie in seinem Kräuterbuch beschrieben und zog sie auch im Garten. Zur Zeit der Drucklegung hatte sie aber noch nicht geblüht, weshalb die Abbildung, die er malen ließ, keine Blüte zeigt. Später hat er – wohl selbst – noch eine Zeichnung der Blüte angefertigt.
Bekannt und als Heilpflanze in Gebrauch ist die Rosenwurz seit Jahrtausenden. Auch die Wikinger verwendeten sie als Stärkungsmittel. Heute gewinnt sie ganz neue Bedeutung, obwohl sie erst langsam bekannt wird. Denn sie ist ein Adaptogen, d.h. sie erhöht die Resilienz des menschlichen Organismus, seine Fähigkeit, sich an sich verändernde und belastende Umstände anzupassen. Darum wird sie auch „Ginseng des Nordens“ genannt.

Ihre Hauptinhaltstoffe sind Rosavine, Salidrosid und Tyrosol, außerdem finden sich Flavonoide, Phytosterole, Phenolcarbonsäuren und Rhodiolosid.
Rosenwurz hat vielfältige Wirkungen. Sie wirkt Genveränderungen entgegen, aktiviert die Gen-Reparatur-Mechanismen des Körpers und bremst Tumorwachstum.
Rosenwurz stärkt die körperliche Leistungsfähigkeit und Ausdauer und wirkt gegen Erschöpfung.
Bei Stress kann sie auch Entlastung bringen, aber nur wenn Du gleichzeitig dafür sorgst, dass Du nicht im Dauerstress hängen bleibst.
In der Rekonvaleszenz ist die Rosenwurz sehr hilfreich.

Rosenwurz

Rosenwurz stärkt das Gedächtnis, die Merkfähigkeit, die Wahrnehmung und die Konzentration. Sie verbessert den Neurotransmitter-Stoffwechsel, erhöht die Spiegel von Serotonin und Dopamin sowie die Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke für deren Vorstufen.

Rosenwurz wirkt deshalb auch gegen leichte bis mittelschwere Depressionen und Angststörungen. Hilfreich ist sie auch bei Potenzstörungen.
Nebenwirkungen der Rosenwurz sind keine bekannt. Nimm sie aber nicht abends ein, denn da sie anregend wirkt, würde sie Deinen Schlaf stören.
Da wir sie hier nicht selbst sammeln können, empfiehlt sich die Verwendung eines Präparats aus der Apotheke. Wichtig ist, dass das Präparat mindestens 3 % Rosavine und 1 % Salidrosid enthält. Es gibt verschiedene, die im Preis alle ähnlich sind.

Es könnte sein, dass die Rosenwurz eine der wichtigsten „Heilerinnen“ für uns wird in einer sich rapide verändernden Welt, in der der Organismus manchmal Mühe hat, Schritt zu halten.